Abend mit berührenden Balladen und vielen groovigen Stücken

Die Trachtenkapelle Häusern feiert mit ihrem Fridolinskonzert einen Erfolg / Die Musiker überzeugen auch als hervorragende Solisten und als Sänger. (Auszug aus der Badischen Zeitung vom 16.03.2017)

HÄUSERN. Mit berührenden Balladen, verflochtenen Konstruktionen und groovigen Stücken brachte die Trachtenkapelle Häusern unter dem Dirigat von Thomas Villinger beim Fridolinskonzert am Sonntagabend vor einem großartigen Publikum das Kur- und Sporthaus erneut zum Pulsieren. Die Macht der Musik machte aus einem glanzvollen Fundament ein Blasmusikfest, das etwas Triumphales hatte, reich an dynamischen Variationen und verschiedenen Soli.

Die Quelle ihres glanzvollen Konzerts war Kapellmeister Thomas Villinger, der mit schneidigen Bewegungen den Takt vorgab. Sowohl Thomas Schmid, wie auch der Vorsitzende Christoph Böhler sprachen, danach übergaben sie an Sabrina Villinger und Saskia Neißer. Mit Esprit teilten diese sich die Ansagen und bahnten galant den Weg durchs Programm.

Im Spannungsfeld der Moderne, von Rock bis Pop und traditioneller, aber auch sinfonischen Blasmusik, drangen die Musiker zu ihren begeisterten Gästen vor. Sie begannen äußerst atmosphärisch mit "This Majestic Land" von Michael Hoppe, umspielten die Zuhörer, schmeichelten, forderten und malten gefühlvolle Linien – der perfekte Einstieg, um das Publikum für diesen Abend zu erobern. Zum Teil wechselten sich dann ausgelassene mit tragenden Melodien als majestätische Passagen in äußerster Präzision bei "Crossroads" von Carl Wittrock ab. Offenheit, Reaktionsschnelligkeit und tiefe Verbundenheit bestimmten das gemeinsame Spiel des Ensembles bei "Water and Fire" von Jean-Pierre Haeck.


Einen faszinierend hohen Grad an melodramatischer Intensität erreichte es bei dem Stück "Tancredi Sinfonia dall’opera". Die von Rossini komponierte Oper mahnt in der Blasmusik mit den tänzelnden Klarinetten an eine dramatische Geschichte. Die Wirkung des "Tancredi" war enorm und wurde zu einem der Glanzpunkte des Abends.

Bei "Latin Woods" von Mario Bürki waren Christoph Villinger, Bastian Schlageter, Ann Catrin Villinger, Bernd Schlageter und Bettina Böhler als Klarinettenquintett die Hauptfiguren und brillierten. Ein schmissiger Konzertmarsch war "Blasmusikgrüße" von Mathias Gronert und ein schönes Geschenk an die Freunde der Blasmusik. Plötzlich standen die jungen Musiker Simon Andris, Matthias Hanslik und Jacob Philipp vor dem Publikum. Temperamentvoll zelebrierten sie den Sound auf ihren Schlagzeugen und bildeten bei "Here we go" von Andreas Ludwig Schulte das rhythmische Rückgrat. Mit "Amazed" von Marv Green, Aimee Mayo & Chris Lindsey knüpften die Musiker an die vorherigen Erfolge an.

Bei "Take on me" von Pal Waaktaar und Magne Furuholmne bat man mit wohlig verpoppter Melancholie die norwegische Band "Aha" ins Herzen von Häusern. Charmant und mit Noblesse strahlte das Timbre von Katharina Bernauer bei dem Medley von "Supertramp". Auch Nadiné Zumkeller, Hans-Peter Fromm, Paul Schmidt und Jochen Bernauer als Strippenzieher ihrer Posaunenklänge erwiesen sich bei "King oft he Road" von Roger Miller bis in die Verzierungsästelungen als erstklassige Wahl.

Erneut war man anschließend im Sog eines weiteren Medley’s gefangen. Dieses Mal eines von "Pur" aus deren Album "Abenteuerland" von Hartmut Engler und Ingo Reidl, worin unter anderem die Saxophone die typischen Merkmale ihrer Instrumente nutzten – den kräftigen jazzigen Ton, die Geschmeidigkeit und die Virtuosität.

Dann spielte die Stimme von Katharina Bernauer erneut mit den Emotionen der Konzertbesucher und noch einmal bedienten sie und das Orchester sich bei dem forschen Marsch "1809er" von Martin Brugger der Volksmusik, wobei auch der sie begleitende, klare Gesang von Thomas Schmid ein schöner Kontrast bildete.

Kein Halten kannten die Musiker selbst am Ende des Konzerts und setzten dem kurzweiligen, durchweg hochkarätigen und letztlich bejubelten Sonntagabend zwei Zugaben drauf.