1980 bis heute

1982 begann mit Alexander Arzet eine zehnjährige Periode beständiger Vorstandschaft. Sein Vize Engelbert Feser unterstützte ihn als Küchenchef bei Festivitäten jeglicher Art, sei es bei Bewirtungen im Kur- und Sporthaus, beim Skiliftfest 1982, Kurparkfest 1986, natürlich bei allen Dorffesten und zum Abschluss ihrer Amts-Laufbahn beim dreitägigen Zeltfest des 111jährigen Bestehens im Juli 1991.

Das erste kleine Dorffest kam 1978 zustande. Ab 1979 wurde es alle zwei Jahre durchgeführt und bis 2001 beibehalten. Doch die Besucherströme waren versiegt und 2003 wurde das Dorffest aus der Jahresplanung gestrichen. Stattdessen veranstaltete der Musikverein unter Vorstand Thomas Schmid im August 2003 ein zweitägiges Sommerfest. Im Jahr 2005 bewirtete die Trachtenkapelle erstmals den Holzhauer-wettbewerb während der „Grüezi-Schweiz-Woche“, und organisiert seitdem jährlich an diesem Wochenende ein Sommerfest im Kurgarten.

Das Team Arzet/Feser übernahm auch die Hallenbewirtung. Sie traten in die Fußstapfen von Kurt Kaiser und Helmut Schmidt, die seit 1977 in der ARGE (Arbeitsgemeinschaft) mit dem Sportverein tätig gewesen waren.

An Fastnacht hatte der Dienst in der Hallenküche für die Musiker Hochkonjunktur. Beim Preismaskenball war jahrelang das Kur- und Sporthaus brechend voll. Mitte der 90er Jahre wurde der Besuch leider immer spärlicher; und so gab es 1997 zum letzten Mal den traditionellen Ball des Musikvereins.

Zum Jahresende 1990 kündigte die ARGE den Vertrag mit der Gemeinde. Seitdem teilen sich vier Vereine – Sportverein, Musikverein, Feuerwehr und Narrenzunft – die Hallenbewirtung.

In der Amtszeit 82–92 erwirtschaftete das Vorstandsduo Arzet/Feser durch Hallenbewirtung und insgesamt acht Feste einen beträchtlichen Gewinn in die Musikkasse. Dieses Geld wurde hauptsächlich für Instrumente und Nachwuchsausbildung ausgegeben, aber 1988 auch dringend für neue Frauentrachten benötigt.

Die Kniebundhosen der Musikerinnen hatten ausgedient. Stattdessen wurden mit Goldfaden handbestickte Schwarzwaldtrachten angefertigt (Silberdistel auf schwarzem Samt). Beim Entwurf, bei der Planung und den Näharbeiten engagierte sich Birgit Arzet.

Pfingsten 1980 fuhr die Trachtenkapelle Häusern erstmals zum Schützenfest nach Recklinghausen/Essel. Mittlerweile ist der viertägige Auftritt der Häuserner fester Programmpunkt in Essel. Bereits zwölf Mal spielte der Musikverein dort den Großen Zapfenstreich, jeweils 1980, 1982, 1984, 1988, 1990, 1994, 1998, 2002, 2004, 2006, 2008 und 2010. Pfingsten 2010 wurde die 30jährige Freundschaft gefeiert.

Die Esseler Schützen revanchierten sich mit ihrer Umzugsteilnahme am 100jährigen Fest 1980 und ihrer Mitwirkung beim Großen Zapfenstreich am 125jährigen Jubiläum 2005.

Auch die Musikgesellschaft Ehrendingen aus der Schweiz wirkte stets bei Jubiläumsfesten des MV Häusern mit. Die Partnerschaft, die seit 1968 besteht, wird von beiden Kapellen regelmäßig gepflegt. Zum Beispiel gaben die Häuserner Musiker in Ehrendingen sowohl beim 75jährigen als auch beim 100jährigen Jubiläum (August 2006) Festkonzerte.

 

Im Herbst 1984 stand ein Dirigentenwechsel an, und nach einer Übergangszeit mit Dirigent Hans-Joachim Böhler übernahm 1986 Thomas Villinger den Taktstock. Der Frohnschwander Posaunist, ausgebildete Dirigent und Tanzmusikleiter („Die Bergemer“) hat in nunmehr einem Vierteljahrhundert kontinuierlich die musikalische Leistung der Kapelle gesteigert. Er setzte neue Maßstäbe, insbesondere beim Fridolinskonzert, das bis heute den absoluten musikalischen Höhepunkt im Vereinsjahr darstellt und das von zahlreichen Musikfreunden aus der Region und Abordnungen von Nachbarvereinen besucht wird.

Der zweite traditionelle Konzerttermin, das Weihnachtskonzert – bis 1976 im Hotel Albtalblick und anschließend fast jedes Jahr im Kur- und Sporthaus – wurde von 1982 bis 1993 jährlich wechselnd mit dem Handharmonikaorchester am Nachmittag des zweiten Feiertags durchgeführt; dann entfiel es wegen des Weihnachts-Jahreskonzerts des Handharmonikaorchesters. Erst 2004 und 2006 gestaltete die Trachtenkapelle am Stephanstag vormittags wieder ein weihnachtliches Konzert, und 2008 stieß das gut besuchte Kirchenkonzert in der Fridolinskirche auf positive Resonanz.

Beim Ausbildungswesen und forcierte Thomas Villinger den Besuch von Seminaren und Lehrgängen. So auch 2004, als Julia Arzet (Rogg) und Christoph Villinger den C3-Kurs besuchten und erfolgreich die Dirigentenprüfung ablegten.

Die Ausbildung von Zöglingen ist nach wie vor kostenlos und erfolgt durch eigene Musiker. Ziele sind das Bronzene und später das Silberne Leistungsabzeichen des Blasmusikverbandes. Auf Initiative von Thomas Villinger gestalten Jungmusiker und Zöglinge seit 1995 das Annafest und die Waldweihnacht an der Wittlisberger Kapelle (in den letzten Jahren unter der Leitung von Vizedirigentin Julia Rogg) und seit 2001 ein Adventsvorspiel.

Mittlerweile ist die Jungmusikergruppe fast ein eigenständiges Orchester, das beim Jugendgottesdienst 2005 sein erstes öffentliches Konzert hatte. Nach intensiver Probenarbeit unter der Leitung von Thomas Villinger kamen immer mehr Auftritte hinzu: 2006 beim Weihnachtskonzert und ab 2007 mehrere Auftritte mit dem Heimatverein und als Fastnachtsband „Kaos“.

Seit 1997 ist Thomas Villinger auch Bezirksdirigent des Arbeitsbezirkes V., und somit stellt der Musikverein Häusern zum zweiten Mal den Bezirksdirigenten.

 

1992 übernahm Bernd Schlageter die Vereinsführung. Zwei Jahre später Thomas Fromm (Amtszeit 1994–1998) und anschließend Christoph Böhler (1998–2002). In diesen Jahren stieg die Mitgliederzahl der Aktiven stetig an: 1997 erstmals über 50. Es musste immer wieder in Instrumente und Trachten investiert werden. Um die Finanzen aufzubessern, wurden Pop- und Rockbands für lukrative Jugend-veranstaltungen im Kur- und Sporthaus engagiert.

 

Neue Ehrenmitglieder wurden 1986 Gustav Brunner und Kurt Kaiser, 1989 Hans Böhler und 1995 Helmut Schmidt.



 

Generalversammlung 1986

von links:

Ehrenpräsident Bruno Gutmann,

Ehrenmitglied Gustav Brunner,

Ehrenmitglied Kurt Kaiser,

Vorstand Alexander Arzet

(seit 2009 Ehrenvorstand)



Leider galt es auch, Abschied zu nehmen. Gustav Brunner verstarb am 28.3.86, Bruno Gutmann am 26.12.89, Hans Böhler am 9.4.95, Alfred Winterhalter am 18.3.99.

 

Der seit Jahren diskutierte Bau eines Probelokals konnte 1999 von Vorstand Christoph Böhler und der 2. Vorsitzenden Regina Fromm in Angriff genommen werden. Die Gemeinde überließ dem Musikverein das alte Feuerwehrgerätehaus, gab einen Zuschuss von 25.000 DM und die Genehmigung, im Gemeindewald 160 Festmeter Holz zu schlagen. Der alte Geräteschuppen wurde von den Musikern teilweise abgerissen und neu aufgebaut, wofür in zehn Monaten 3100 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet wurden.

Am 30. Juli 2000 fand das Einweihungsfest statt. Bernhard Fromm und Otto Böhler erhielten für ihre tatkräftige Unterstützung beim Bau des Probelokals die Ehrenmitgliedschaft.

 

Nach schwieriger Vorstandssuche wurde 2002 beschlossen, die Vorstandschaft um einen 2. Vorsitzenden zu vergrößern, wofür eine Satzungsänderung notwendig war. Die neue Vereinsführung bestand nun aus dem 1. Vorsitzenden Thomas Schmid und den zwei Vize´ Regina Fromm und Hans-Peter Fromm.

 

Vom 2.–4. Juli 2005 feierte die Trachtenkapelle Häusern ihr 125jähriges Bestehen. Höhepunkt des Jubiläums- und Bezirksmusikfestes war der Große Zapfenstreich im Kurgarten.

Am Fridolinskonzert, 8. März 2009, wurde Alexander Arzet zum Ehrenvorstand ernannt, neue Ehrenmitglieder wurden Albert Kaiser und Hans-Peter Nuber.

 

Im Jahr 2010 fand wieder ein Vorstandswechsel statt, und erstmals übernahm eine Frau die Vereinsführung. 1. Vorsitzende wurde Stefanie Weiler, 2. Vorsitzende Jutta Neißer, Kassiererin Katrin Weiler, Schriftführerin Valeska Ebner, Aktivbeisitzer Christoph Böhler, Christoph Villinger und Andreas Volk, Passivbeisitzer Egon Ganzmann, Rudi Schmid und Michael Herr.

 

Am Fridolinskonzert 2011 wurde Thomas Villinger nach 25jähriger Dirigententätigkeit zum Ehrendirigent ernannt, und erstmals in der Vereinsgeschichte konnten zwei Frauen für 40jährige aktive Mitgliedschaft als Ehrenmitglieder ausgezeichnet werden: Birgit Arzet und Doris Krex.

 

Eine weitere besondere Ehrung fand am Fridolinskonzert 2012 statt: Helmut Schmidt wurde für seine 60jährige Treue zum Verein vom Verband die Ehrennadel in Gold mit Kranz, Diamant und Jahreszahl verliehen.

 

Derzeit besteht der Verein aus 60 aktiven Musikern, einschließlich 9 Ehrenmitgliedern, und 202 Passivmitgliedern (Stand Februar 2013).